Was Instagram 2021 gegen Hass im Internet tut 🧐

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Neues Design, neue Funktionen, neue Nutzer: Bei Instagram ist alles immer neu. Fast alles zumindest. Denn die Diskussion darum, ob Plattformen wie Facebook, TikTok und Instagram genug gegen das Phänomen Online-Hass tun, ist eine ziemlich alte. Doch was tut Instagram eigentlich, um Mobbing, Hassrede und Missbrauch zu verhindern?

Wieso hat Instagram ein Problem?

Theoretisch hat Instagram kein Problem – einfach alle Online-Plattformen haben ein Problem. Denn Hass und Mobbing haben im Internet eine neue Heimat gefunden. Viele Menschen fühlen sich online, als würden sie in einem rechtsfreien Raum agieren und sagen oder tun Dinge, die sie „in der echten Welt“, niemals tun oder sagen würden.

Dadurch, dass viele Plattformen Millionen von Nutzern haben, die jeden Tag online sind und posten, ist es eine riesige Herausforderung, diejenigen zu erwischen, die Hass verbreiten und Menschen persönlich angreifen. Anbieter befinden sich ständig im Spannungsfeld zwischen größtmöglicher Freiheit und Schutz der Nutzer.

Wenn eine Plattform mit Hass geflutet wird, dann fühlen sich die Nutzer nicht mehr wohl und das dahinterstehende Unternehmen muss sich der Kritik stellen oder damit rechnen, dass die öffentliche Meinung schlechter wird. Instagram muss also auf sein Image achten. Das Unternehmen hat dabei vor allem zwei Problemfelder zu bewältigen: Angriffe und Hass über Direktnachrichten und Hasskommentare unter Feed-Beiträgen.

Künstliche Intelligenz und Betonung positiver Inhalte

Algorithmen sorgen im Internet dafür, dass alles einwandfrei läuft. Sie sind außerdem die größte Stellschraube, durch die Unternehmen in der Lage sind, großflächige Veränderungen durchzuführen. Instagram setzt in seinem Kampf gegen Online-Hass daher auf künstliche Intelligenz.

Wie genau das funktioniert, sagt uns Instagram nicht. Sie geben jedoch ganz öffentlich zu, dass positive Inhalte eher bevorzugt werden als negative. Gewalt, rassistische Begriffe, Beleidigungen – erkennt der Algorithmus diese Dinge (oder themenverwandte Schlagwörter) in einem Beitrag, wird dieser anderen Nutzer seltener angezeigt. Gleichzeitig können bestimmte Begriffe in Echtzeit erkannt werden, weshalb bestimmte Beiträge oder Kommentare gar nicht erst freigegeben werden.

Warnungen

Wer einen Kommentar schreibt oder einen Post veröffentlichen möchte, wird unter Umständen darauf hingewiesen, dass es sich um problematische Inhalte handeln könnte. Instagram hält den Post oder den Kommentar dann erst einmal für Dich zurück und Du musst noch mal bestätigen, dass Du ihn auch wirklich veröffentlichen möchtest. Damit gibt Instagram Nutzern eine zusätzliche Hürde, wenn es darum geht, jemanden zu beleidigen oder problematische Inhalte zu verbreiten.

Blockieren und Alternativen

Die erste Idee, die die meisten Internetnutzer haben, wenn sie Opfer von Angriffen werden, ist folgende: einfach blockieren Denn so gut wie jede Plattform bietet die Möglichkeit, dass sich Nutzer untereinander blockieren können, also Beiträge verstecken und Kommunikation einschränken.

Auf Instagram gibt es diese Funktion auch. Wer eine andere Person blockiert, sieht keine Beiträge mehr von ihr und diese Person kann auch keine neuen Direktnachrichten schicken. Etwas weniger aggressiv ist das Stummschalten, bei dem Storys und/oder Feed-Beiträge einfach nicht auf dem Homefeed auftauchen.

Last but not least bietet Instagram aber auch noch eine dritte Möglichkeit, die seltener in anderen sozialen Medien zu finden ist: das Einschränken (engl. Restrict). Wer einen anderen Nutzer einschränkt, bekommt eine Benachrichtigung, wenn die besagte Person eine Nachricht schicken oder einen Kommentar schreiben möchte – dieser muss dann manuell freigegeben werden. So wird verhindert, dass Beleidigungen oder unangebrachte Inhalte für alle sichtbar erscheinen. Der Clou daran ist, dass der andere Nutzer nicht weiß, dass sein Kommentar eingeschränkt wurde, er sieht ihn weiterhin. Damit besteht die Möglichkeit, jemanden zu „blockieren“, ohne zu große Aufmerksamkeit auf die Sache zu richten. Denn Blockieren oder Entfolgen führt manchmal nämlich nur zu noch heftigeren Reaktionen.

Sperren von Nutzern

Eine besondere Herausforderung sind Hassnachrichten in den sogenannten DMs Denn da diese Nachrichten privat sind, kann Instagram sie nicht einfach kontrollieren. Stattdessen werden viele Nachrichten erst einmal unter „Anfrage“ gelistet.

Sendet ein Nutzer Beleidigungen oder Hass per Direktnachricht, können diese vom Empfänger gemeldet werden. Meist kommt es dann zu einer temporären Sperrung des Accounts Mittlerweile gibt Instagram jedoch an, dass Wiederholungstäter konsequent und dauerhaft gesperrt werden.

Melden und Nutzermithilfe

Instagram versucht auf immer neue Arten, seine Nutzer zu schützen. Es gibt Aufklärungskampagnen und die oben beschriebenen Funktionen. Auch öffentlich verdeutlicht Instagram immer wieder: Wir wehren uns gegen Mobbing und Hass auf unserer Plattform.

Doch am Ende des Tages ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Ohne die Hilfe von uns Instagram Nutzern, kann das Problem nicht bewältigt werden. Somit bleibt es notwendig, dass jeder Einzelne die Augen offenhält und im Zweifel die folgende Funktion nutzt: das Melden

Wer einen unangebrachten Post oder Kommentar sieht, kann diesen an Instagram melden. Er wird dann untersucht und entweder gelöscht oder es wird entschieden, dass er nicht gegen die Nutzerregeln verstößt. Genau das scheiden sich die Geister: Was muss gelöscht werden und was fällt noch unter Meinungsfreiheit?

Das Jahr 2021 hat noch keine zufriedenstellende Antwort auf diese oder weitere Fragen zum Thema Cyber Mobbing gegeben. Wir können auf Instagram nur so gut es geht selbst gewissenhaft arbeiten: Beleidigungen vermeiden und immer daran denken, dass am anderen Ende der Konversation ein echter Mensch sitzt. Außerdem Dinge melden, die uns auffallen. Und Instagram nicht die Verantwortung absprechen, sondern immer wieder auf neue Möglichkeiten pochen, Internethass einzuschränken und zu bekämpfen.

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